Dominik Landwehr

Papierbilder aus dem Netz - Fotolabors setzen vermehrt auf Internet-Kunden

Die Digitalfotografie ist alltagstauglich geworden. Die Gründe dafür sind nicht nur bei den besseren und günstigeren Kameras, sondern auch bei neueren Möglichkeiten bei der Verarbeitung von digitalem Bildmaterial zu suchen. Die Dateien können via Internet übermittelt werden - dem Print aus dem Fotolabor sieht man die digitale Herkunft des Bildes nicht mehr an. Die Preise dieser neuen Dienstleistung sind absolut konkurrenzfähig und günstiger als der Druck via Tintenstrahldrucker zuhause!


Es ist noch nicht lange her, da galten Digitalkameras als Spielzeuge für Computer-Fans. Ihrer geringen Auflösung wegen waren digitale Bilder für kaum mehr als für eine Publikation im Internet zu gebrauchen. Das hat sich radikal geändert: Eine digitale Kamera kostet zwar auch heute noch einiges mehr als ein analoges Modell. Bereits eine Kamera im mittleren Preissegment liefert aber gestochen scharfe Bilder - die Qualität ist so gross, dass nun auch traditionelle Farblabors sich für diesen Trend zu interessieren beginnen.Wer sich fürs Labor entscheidet hat wiederum die Auswahl: Entweder er bringt das Speichermedium selber vorbei oder er schickt die Dateien über das Internet. Eine Reihe von Firmen bieten diese Dienstleistungen heute an.

Problemlose Datenübertragung
Photocolor Kreuzlingen - einer der grössten in der traditionellen Branche - offeriert den Service seit einem Jahr und baut diese Dienstleistung zur Zeit aus. Marketing-Leiter Karsten Peters will zwar keine Zahlen nennen, spricht aber insgesamt von einer "positiven Entwicklung". Vor allem in den letzten Monaten sind die Zuwachsraten nach oben geschnellt. Ganz ähnlich tönt es übrigens bei Colormailer. Nico Lugt, Direktor und Mitgründer will keine Zahlen nennen, verweist aber auf ein Wachstum von 25 Prozent pro Monat. Eine stolze Zahl - allerdings dürften die effektiven Volumen noch sehr klein sein.

Photocolor Kreuzlingen arbeitet mit einer proprietären Software von Photowire, die zuerst heruntergeladen und danach auf dem Computer installiert werden muss (Windows Datei 1,6 MB, Mac 0.9 MB). Das Programm erlaubt die Auswahl der Dateien auf der Harddisk und integriert in jedem Stadium eine Vorschau-Funktion. Dies ist unerlässlich für ein komfortables Übertragen der Bilddateien. Auch die Beschneidung der weissen Ränder, die unter Umständen entstehen können, ist problemlos möglich. Unsere 600 KB grossen Probefotos waren per ISDN in je einer Minute überträgen. Wer 20 und mehr Bilder aufs Mal übertragen will muss die Verbindung schon mal eine halbe Stunde offen halten und wählt aus Rücksicht auf den Geldbeutel mit Vorteil die günstigen Nacht- oder Wochenendstunden für den Upload der Dateien. Die Photowire Software reagiert auf einen allfälligen Unterbruch gutmütig und erlaubt einen Wiedereinstieg ohne dass man nochmals von vorne anfangen muss. Der Kunde erhält die Bilder - genau gleich wie bei einer traditionellen Entwicklung - in einem dekorativen Umschlag nach zwei Werktagen.


Keine Unterschiede zu traditionell aufgenommenen Bildern
Und wie sieht es mit den Resultaten aus? -Wir haben unsere Versuche mit Bilddateien einer 1 Megapixel Kamera (Sony PC 100), einer 2,4 und 3,3 Megapixel Kamera gemacht (Olympus C 2000 und 3040). Die Papierbilder der Grösse 10 x 15 respektive 11 x 15 aus der 1 Megapixel Kamera verrieten gelegentlich ihre digitale Herkunft indem sie runde Begrenzungen leicht treppenartig wiedergaben. Oft wirkten sie zudem eigentümlich flach und farblos, zumal bei der kleinsten möglichen Auflösung von 640 x 480 Pixel. Etwas besser wirkten Bilder in der nächst höheren Auflösung von 768 x 1024. Vorläufiges Fazit für die 1 Megapixel: Solange die Bilder bei unproblematischen Lichtverhältnissen aufgenommen wurden, sind die Resultate zufriedenstellend, wenn auch nicht gerade berauschend. Fairerweise muss hier allerdings angemerkt werden, dass auch in der analogen Welt nicht alle Kameras tolle Resultate liefern. Bei den Bildern aus den beiden leistungsfähigeren Kameras sich diese Einschränkungen nicht mehr mehr:

Auch aussenstehende Beobachter konnten den Papierbildern ihre digitale Herkunft nicht mehr ansehen. Hier arbeiteten wir mit einer Auflösung von 1200 x 1600 respektive mit 2048 x 1536 Pixeln. Die besten Resultate lieferten übrigens nicht Bilder, die im grellen Sonnenschein fotografiert wurden, sondern Bilder, die bei relativ flachen Lichtverhältnissen entstanden. Dies hat allerdings nicht primär etwas mit der Entwicklung im Labor zu tun sondern ist eine Eigenheit der heutigen CCD-Sensoren: Digitalkameras verarbeiten harte Kontraste schlecht. Bilder aus Digitalkameras enthalten etwa 10 bis 20 mal l weniger Bildinformationen als Fotos aus Kleinbildkameras. Darum lassen sie sich auch nicht beliebig vergrössern. Die Obergrenze für ein optimales Ergebnis liegt bei für eine 3,3 Megapixel Kamera heute bei 13x18, unter sehr guten Bedingungen lassen sich sogar Vergrösserungen von 20x30 machen. Eine Übersicht über diese Grenzwerte findet sich unter www.digitalkamera.de/Info/Tip/Tip19990802-de.htm.Solche Werte, so der Photocolor-Mann Karsten Peters, sind jedoch recht theoretisch, ein Versuch lohnt sich darum allemal.

Proprietäre Software und browserbasierte Lösungen
Ganz ähnlich wie der Service von Photocolor Kreuzlingen funktionniert auch der Digitalfoto-Service von Fotolabo und Colormailer, der mit einer Reihe von Fotofachgeschäften zusammenarbeitet. Das Tool, das diese Firmen verwenden, stammt übrigens von der in Genf domizilierten Firma Photowire. "Weltweit arbeiten bereits 100 Labor in 20 Ländern mit unserer Software", erklärt uns Verwaltungsrats-Präsident Alain Tawil-Kummermann. Es mag überraschten, dass die proprietäre Lösung bei einigen Anbietern beliebt ist. Dahinter stecken, so der Photocolor Mann Karsten Peters, primär Marketing-Überlegungen: "Wir haben damit die Möglichkeit, unsere Marke eindeutiger zu profilieren und beim Kunden zu verankern". Oder im Klartext: Wer diese Software einmal auf seinem Computer installiert hat, wird nicht so schnell zu einem anderen Anbieter wechseln. Kundenbindung ist das Ziel. Die Kunden scheinen es nur bedingt zu schätzen - der Branchenpionier Colormailer erlaubt seit kurzem alternativ auch den Upload von Bilddatein via Browser. Auch Epa arbeitet mit einer browserbasierten Lösung, die allerdings noch einige Schönheitsfehler aufweist: Wer mehr als ein Bild abschicken will - und das dürfte wohl die Mehrheit der Kunden sein - muss sich allerdings ein kleines Applet laden. Ein gravierender Nachteil hat diese Anwendung: Sie erlaubt keine Grössenanpassung und die ärgerlichen weissen Rändern lassen sich damit nicht immer vermeiden. Immerhin: Die Fotos, die wir dort bestellten, waren nach drei Werktagen in unserem Briefkasten! Ebenfalls mit einer browserbasierten Lösung arbeitet Kodak Schweiz. Auch hier muss zuerst ein Applet geladen werden. Diese Lösung ist nicht nur elegant sondern auch schön und integriert bei jedem Schritt die Thumbnail-Ansicht der Bilder. Kodak verrechnet die Kosten per Kreditkarte, währenddem Photocolor Kreuzlingen, Colormailer und Epa dem Kunden eine Rechnung schicken. Das mag etwas altertümlich anmuten hat aber unzweifelhaft einen grossen Vorteil: Ohne gelieferte Ware fliesst auch kein Geld.

Attraktive Dienstleistung
Ganz klar: Diese Dienstleistung hat ein grosses Potential, denn egal ob analog oder digital erzeugt, als Kunde möchte man in vielen Fällen ein Papierbild nicht missen. Attraktiv ist die neue Dienstleistung auch finanziell: Die Preise für Fotoprints, deren Daten digital übermittelt wurden, liegen bei 55 Rappen pro Bild. Die Bearbeitungsgebühr übersteigt vier Franken nicht. Die anfallenden Telefonkosten dürften sich im Rahmen halten, wenn die Dateien abends oder nachts übertragen werden. Die Vorteile dieser Methode liegen auf der Hand: Der Kunde bezahlt nur für jene Bilder, die er wirklich will. Folgende Rechnung mag dies verdeutlichen: Ein Farbfilm kostet heute rund fünf Franken - die Entwicklung zwischen 20 und 25 Franken, total also 30 Franken. Damit erhält der Kunde 36 Bilder. Kaum einer klebt sich aber alle 36 Bilder ins Album, in der Regel begnügt man sich mit einer Auswahl. Wer mit einer Digitalkamera knipst kann sich aus einem Pool von 100 oder mehr Bilder die 10 besten Fotos aussuchen und als Papierbilder drucken lassen. Kostenpunkt mit Bearbeitungs- und Versandspesen: knapp 15 Franken! Auch Kleinlabors, wie sie sich in der Regel in Einkaufszentren befinden, verarbeiten Digitalbilder. Sie sind aber deutlich teurer als Grosslabors. Zudem erlauben sie meist keine Eingriffe in die Dateien: Der Kunde liefert die Bilder auf einem Speichermedium an und holt die Papierbilder einen Tag später wieder ab. Damit sind solche Labor keine Alternative, wenns einmal wirklich eilt.

Lösung für Profis?
Eine weitere Alternative ist schliesslich das Profi-Labor wie zum Beispiel das Studio 13 in Zürich: "Wir verarbeiten schon seit Jahren digitale Daten", erklärt Geschäftsleiter Andreas Neef. Vergrösserungen dieses Fachlabors werden unter anderem für Leuchtkästen, für Messen und Ausstellungen oder für die Kinowerbung benötigen. Und die Dateien für solche Vergrösserungen werden schnell einmal unhandlich: 20 MB schickt niemand per via Internet. "Kurier ist hier meistens das schnellste", sagt der Studio 13 Geschäftsleiter. Dafür hat der Kunde Einfluss auf alle Kenngrössen. Geschäftsleiter Neef: "Jedes Foto ist ein Massanzug".

Tintenstrahl Drucker als Alternative
Papierbilder lassen sich natürlich auch weiterhin mit einem Drucker zuhause erzeugen. Wer etwa aus beruflichen Gründen auf hohes Tempo angewiesen ist und seinen Drucker ausschliesslich für Fotos einsetzt, wählt einen spezialisierten Foto-Drucker wie etwa den Sony DPP-SV55. Ein solcher Drucker, der mit dem Thermosublimations-Verfahren arbeitet, kostet rund 1000 Franken. Günstiger fährt man mit einem Tintenstrahl Drucker, der sich auch als Korrespondenz-Printer einsetzen lässt. Wir machen mit einem brandneuen Epson Stylus Photo 890 die Probe aufs Exempel (Richtpreis: 497 Franken). Unsere Probebilder drucken wir auf Epson Hochglanz Fotopapier aus. Dank der mitgelieferten Konfektionierungs-Software (Epson Photo Quicker 2.0) geht das im Nu: Man braucht lediglich das Format zu wählen und das Papier einzulegen: Der Printer druckt auf Wunsch auch randlos, zudem verarbeitet er auch Fotopapier auf Rollen. Im Gegensatz zu den Bildern aus dem traditionellen Labor muss der Benutzer hier am Schluss noch einmal zur Schere greifen, um die Bilder, die in der Regel auf A4 Papier gedruckt werden, zu trennen. Die Resultate in verschiedenen Formaten dürften auch Tintenstrahl-Skeptiker überzeugen. Erst wenn man die Prints aus dem Labor neben die Prints aus dem Drucker legt, fallen kleine Unterschiede auf: Die Tintenstrahl-Prints sind vielleicht eine Spur weniger brillant. Das darf nicht erstaunen, werden die Bilder doch mit zwei total verschiedenen Technologien produziert.

Unsere Begeisterung für diese Art der Bildberproduktion erhält allerdings einen Dämpfer, als der Tintenstand-Melder unseres Epson Deskjets nach knapp 20 Ausdrucken A4 Ebbe im Farbtank anzeigt. Papierbilder aus dem Tintenstrahl Drucker sind teurer als jene aus dem Farblabor. Allein schon das Spezialpapier schlägt mir rund einem Franken pro A4 Bogen zu Buche. Ingesamt errechnen wir einen Preis von 80 Rappen bis einem Franken für ein Papierbild in der Grösse 9 x 13. Dem stehen 55 Rappen beim Grosslabor gegenüber. Was weit schwerer wiegt ist allerdings die fehlende Haltbarkeit: Papierbilder aus dem Tintenstrahldrucker sind nicht resistent gegen ultraviolette Strahlen und lassen sich (noch) nicht sehr lange aufbewahren. Trotzdem ist auch das Papierbild aus dem Homedrucker eine attraktive Lösung: Denn nur sie erlaubt es schon nach wenigen Minuten ein fixfertiges Papierbild in den Händen zu halten. Dieses Argument überzeugt offenbar eine wachsende Zahl von Kundinnen und Kunden, denn die Modellvielfalt im Bereich der günstigen Tintenstrahl Drucker ist schon heute fast unüberblickbar. Und auch hier gibt es vielversprechende Entwicklungen: Drucker der neusten Generation wie beispielsweise der neue Epson Stylus Foto 895 machen den Computer überflüssig: Der Drucker holt sich die Daten via Adapter direkt aus dem Speichermedium der Kamera. Fazit:

Erst die hochwertigen Papierbilder zeigen, was die Digitalfotografie wirklich taugt. Gerade im Home-Bereich erweist sie sich darum als brauchbare Alternative zur traditionellen Fotografie. Es darf nicht überraschen, wenn diese Feststellung den Boom bei den digitalen Fotoapparaten noch verstärkt.

Dominik Landwehr

Interview mit
Carsten K.Peters, Leiter Marketing Photocolor Kreuzlingen AG


Infoweek: Sie bieten seit Juli 2000 die Möglichkeit für digitale Prints an. Welche Erfahrungen haben sie damit gemacht?

Peters: Insgesamt haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht. Genaue Zahlen will ich nicht nennen, aber das Interesse für diese Dienstleistung hat seit der Einführung kontinuierlich zugenommen.

IW: Nicht alle Kunden merken, dass man mit Ihrer Software die weissen Ränder abschneiden kann.

Peters: Weisse Ränder entstehen, wenn das Aufnahme-Format und das Papierfoto-Format nicht deckungsgleich sind. Da die Bilder von Digitalkameras in der Regel ein Seitenverhältnis von 3:4 haben und nicht 2:3 wie das bei der traditionellen Fotografie üblich ist, haben wir auf zwei neue Papierformate umgestellt (11x15 und 13x17), die dem Digitalkamera-Format entsprechen. Dadurch verringert sich die Notwendigkeit, weisse Ränder zu eliminieren.

IW: Photocolor Kreuzlingen verwendet - wie viele andere Anbieter auch - eine proprietäre Software der Genfer
Firma Fotowire, die sich der Kunde von der Photocolor-Website herunterladen muss. Aus Kundensicht wären aber browserbasierte Lösungen wie dies etwa die Epa anbietet, einfacher.



Peters: Zum einen zeichnet sich die von uns verwendete Software durch ihre Verlässlichkeit und die einfache Handhabung aus. Zum anderen haben wir damit natürlich die Möglichkeit, unsere Marke eindeutiger zu profilieren und beim Kunden zu verankern.

IW: Sie bieten im Moment zwei Formate an: 11x13 und 13x15. Warum diese Zurückhaltung?

Peters: Dies hat weniger mit Zurückhaltung zu tun, als mit unserer Zielsetzung, erst einmal Top-Fotoqualität sicherzustellen bevor wir das Produktionsprogramm ausweiten. Unser Ziel haben wir erreicht: in einem grossen Test mit vielen Online-Anbietern wurden wir für die beste Bildqualität ausgezeichnet. In diesen Tagen haben wir auf zwei neue Formate umgestellt, ein weiteres Format ist denkbar. Was wir wohl nicht anbieten werden sind Poster, T-Shirts, Tassen und ähnliche Gadgets.

IW: Welche Rolle spielen technische Argumente: Man kann Bilder aus digitalen Kameras bekanntlich nicht nach Belieben vergrössern.

Peters: Das ist richtig. Die Software, die wir verwenden, warnt daher den Kunden, wenn die Datei im Verhältnis zur gewünschten Vergrösserung zu klein ist. Allerdings haben wir aber auch die Erfahrung gemacht, dass die Zusammenhänge nicht direkt linear sind. Es gibt Bilder, die mit einer einfachen 1 Megapixel-Kamera gemacht sind, die sich problemlos vergrössern lassen. Alles hat natürlich seine Grenzen, ich spreche hier selbstverständlich nicht von Postern der Grösse 20x30 und mehr.

IW: Wie geschieht die Verarbeitung der digitalen Daten? - Ist sie in die traditionelle Verarbeitung integriert?

Peters: Nein, aus verschiedenen Gründen - insbesondere wegen der leider noch geringen Mengen - sind das bei uns zwei getrennte Prozesse.

IW: Ist der Ausdruck von digitalen Bildern via Tintenstrahl-Drucker für Sie eine Konkurrenz?

Peters: Nein, denn es ist in der Regel qualitativ unbefriedigend, aufwendig und zu teuer, Fotos mit einem Tintenstrahl-Drucker herzustellen.

IW: Warum bietet Photocolor Kreuzlingen keine Online-Fotoalben an?

Peters: Online-Fotoalben kostenlos anzubieten, so wie es momentan auf dem Markt passiert, halten wir nicht für einen gangbaren Weg. Solche Angebote sind hinsichtlich Entwicklung, Bereitstellung und Pflege sehr kostenintensiv. Die Frage ist, ob der Anwender-Nutzen so gross ist, dass genügend Kunden auch bereit sind, für eine solche Dienstleistung zu bezahlen. Ich bin mir nicht sicher, ob digitale Fotoalben mehr ein "nice to have" als ein "need to have" sind. Wir beobachten auch hier die Entwicklung sehr genau, um schnell mit einem entsprechenden Angebot auf einen sich konkret entwickelnden Bedarf zu reagieren.

IW: Wann wird die digitale Fotografie die traditionelle Fotografie verdrängen?

Peters: Tatsache ist, dass sich die Verkäufe von digitalen Kameras derzeit jedes Jahr verdoppeln - davon ein Teil als Ersatz für Digitalkameras der ersten Generation. In welchem Ausmass und wie schnell die digitale Fotografie die traditionelle Fotografie verdrängen wird, ist allerdings sehr schwer zu sagen. Dies hängt von zu vielen, schwierig zu prognostizierenden Faktoren ab. Immerhin gibt es bei der Digitalfotografie im Moment noch viele limitierende Faktoren: Dazu gehören unter anderem der Preis der Kamera, der Speicherbedarf und die Kosten für zusätzliche Speichermedien, sowie der Stromverbrauch (Batterien). Nicht zuletzt ist noch zu wenig bekannt, das sich der Digitalfotograf seine Aufnahmen über das Internet auf hochwertigem Fotopapier ausdrucken lassen kann - schnell und preiswert. Allerdings ist dies im Vergleich zum traditionellen Fotoversand immer noch eindeutig zu kompliziert und unbequem.




Erschienen in Infoweek Mai 2001
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